Tesla – muss das sein?

Meinem „ich“, dem meines Mannes und einer Menge Gedanken über Umwelt und Nachhaltigkeit haben wir die Beschäftigung mit einem E-Auto zu verdanken. Nach allen aktuellen Verkaufszahlen kommt man an einem Tesla nicht vorbei, ob man will oder nicht. Diese Marke polarisiert, wie keine Andere. Doch warum? Und was macht die Faszination aus? Ist es die Technik oder die Person „Elon Musk“, die dahinter steht? Wir wollten es genau wissen und haben uns zu einer Probefahrt mit dem Tesla Y angemeldet.

In dieser kurzen Stunde Testfahrt haben wir das Fahrzeug kennenlernen wollen. Doch wer eigentlich wen beherrscht, war nicht immer klar. Auf viele Knöpfe, Hebel oder Stellrädchen verzichtet Tesla fast komplett. Es gibt Fensterheber und Türöffner in den Türen, zwei Bedienhebel hinter dem Lenkrad für das Einschalten der Scheibenwischer und die Betätigung der Schaltung, sowie zwei Drehwalzen im Lenkrad. Natürlich war ich davon ausgegangen, dass sich auch die Tür automatisch öffnet, wenn man nur gegen den Öffner tippt. Leider tut es das nicht. Ich habe mich dem Gelächter meines Mannes ausgesetzt, weil ich immer noch wartend VOR der Tür stand, während er schon bequem Platz genommen hatte.

Schon das banale Einstellen der Spiegel erfordert Handlungen im mittigen Touchscreen und über die Stellwalze. Das finde ich persönlich in anderen Autos, über einen Schalter oder Drehknopf in der Tür, einfacher zu bedienen.

Während der Fahrt ist der Blick auf den Touchscreen dann schon schwieriger, trotz der guten Größe. Um die kleinen Icons zu drücken, geht der Blick unweigerlich von der Straße auf das Display. 

Wichtige Daten wie Geschwindigkeit, aber auch die Fahrzeuge der Umgebung und Ampeln zeigen sich dort ebenfalls. 

Damit haben sich auch die Gerichte schon beschäftigen müssen. Ein Mann war von der Straße abgekommen, nachdem er im Display das Intervall des Scheibenwischers justieren wollte. Zuvor hatte das Amtsgericht den im Tesla „fest installierten Berührungsbildschirm (Touchscreen) als ein elektronisches Gerät i.S.d. § 23 Abs. 1a StVO angesehen“. Der Scheibenwischer lässt sich zwar am Lenkrad ein- und ausschalten, die Einstellung der Intervalle funktioniert aber über ein Untermenü im Touchscreen, wo der Fahrer zwischen fünf Einstellungen wählen kann. Das erfordert laut der Richter deutlich mehr Aufmerksamkeit als die Bedienung des Scheibenwischers mit den „herkömmlichen Armaturen“. Dieses letztinstanzliche Urteil dürfte bei einigen Autoherstellern Aufmerksamkeit erregt haben (1 Rb 36 Ss 832/19). 

Tesla selbst argumentiert, dass jede Einstellung auch per Sprachsteuerung vorgenommen werden kann. 


Wie laut ein Tesla „sprechen“ kann, durften wir erfahren. Ich wollte gerne auf dem Fahrersitz Platz nehmen, doch zuvor war ein Gang in die Natur unausweichlich. Wir stellten uns an einen Weg, ich ging links zum Busch, mein Mann gerade auf einen Baum zu. Das Auto stand mit geöffneten Türen zwischen uns. Und in dem Moment, in dem wir ja quasi unbeobachtet sein wollten, hupte das Auto plötzlich voller Leidenschaft laut los. Nicht sehr sympathisch.

Auf dem Fahrersitz habe ich mich eher dämlich angestellt und schon am Einstellen der Spiegel gescheitert.

Natürlich haben wir auch die Fahrt mit dem Autopiloten auf der Autobahn aufgenommen. Rund 120 km/h schnelles Fahren ist möglich. Das Auto übernimmt die Kontrolle über Abstand, Lenkung usw. und regelt autonom

Der Sicherheitsaspekt dieses Fahrzeuges bietet viel Raum für eheliche Diskussionen. Während mein Mann beim Audi sämtliche „Warn-Systeme“ deaktiviert, findet er sie beim Tesla brauchbar. Seiner Meinung nach würden andere Fahrzeuge nur „reden“, der Tesla „macht“. Wenn also das Spurhaltesystem anderer Fahrzeuge beim Verlassen der Spur warnt, hält der Tesla die Spur automatisch. Auch das Abbremsen und Beschleunigen regelt das Auto selbstständig, wenn man ihn läßt.

Schließlich brachte uns das Auto selbst dazu, den Weg zurück zu Tesla einzuschlagen. Jede Funktion des Fahrzeuges ist auch über eine App steuerbar. Ein „freundlicher“ Mitarbeiter fand es wohl sehr amüsant, die Klimaautomatik auf „MAX“ zu stellen und die Sitzheizung aufzudrehen. Wir haben es mehrfach reguliert, doch immer wieder verstellte sie sich auf zauberhafte Weise. Immerhin kann man sagen, dass die Sitzheizung eine enorme Leistung bringt. Den „lustigen“ Mitarbeiter konnte man nicht ausfindig machen, was uns jetzt nicht besonders erstaunt hat. Doch die Tatsache, dass dieser Vorfall so möglich war, hat mich entsetzt.

Doch ich bin verliebt in dieses Auto. Die Möglichkeiten der Technik sind unglaublich. So kann das Fahrzeug per App vor und zurück setzen, während man draussen steht. Und sobald dies in Deutschland erlaubt werden würde, ruft man den Tesla wie K.I.T.T herbei. Das Info- und Entertainment Programm ist besser als auf meinem Tablet. Der Klang im Auto unschlagbar. Jede Strecke kann ich vorab planen und samt Ladestationen und Etappen an mein Auto senden. Herrlich, da denkt jemand für mich mit. Und es hört zu, wenn ich spreche. Brauche ich das wirklich? Nö! Aber ich will es einfach haben. 

Wir reden immer noch daheim, was dieses Auto eigentlich hat, dass es so in den Bann zieht.  

Wer ist eigentlich Elon Musk? Unnötiges Wissen in kleinen Häppchen …

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